Chorgemeinschaft Sonans-Esens / Russisch-Orthodox

Gründungsgeschichte

2001 kam eine Gruppe von sechs interessierten Frauen und Männern in Esens zusammen, um einen Chor für russisch-orthodoxe Kirchenmusik zu gründen. Initiator war der niederländische Gesangspädagoge, Komponist und Dirigent Christiaan Verhoog, verheiratet mit seiner deutschen Frau Marina Klasing-Verhoog und seit 1999 in Esens wohnend.

Er brachte eine reiche Erfahrung auf dem Gebiet der russisch-orthodoxen Musik aus Groningen mit, wo er  über zehn Jahre einen solchen Chor  in seinem „Studio Musica Son“ geleitet hatte.

Die ersten Chorlieder waren sehr bewusst einfach gehalten. Sie wurden und werden noch immer von Christiaan Verhoog ausgewählt, für Sonans bearbeitet und von seinem „Sonans Eigenmusikverlag“ verlegt.

Der Chor hat z. Zt. 20 Mitglieder. Er ist Mitglied im Ostfriesischen Sängerbund und eingetragener Verein.

Die Sprache

Als erste Schwierigkeit erwies sich die Sprache. Die russisch-orthodoxe Kirche hat bis heute das Kirchenslawisch als Sprache für ihre Liturgien behalten, so wie lange Zeit die Römisch-Katholische Kirche in West-Europa das Kirchenlatein. Beide Sprachen haben sich niemals weiterentwickelt, sondern ihre alte Schreibweise beibehalten. Christiaan Verhoog hatte sich in den Groninger Jahren ins Kirchenslawische vertieft, gelernt die Texte zu lesen und auszusprechen. Jetzt ging es in Esens darum, diese Worte in deutsche Lautschrift zu übertragen, was für die frisch hinzugetretenen Chormitglieder ziemlich kompliziert aussah. Im Verlauf der wöchentlichen Proben zeigte sich aber, dass bestimmte Texte immer wieder zurückkehren, vergleichsweise wie in der r.k. Kirche mit den festen Bestandteilen der Heiligen Messe: Kyrie eleison, Credo, Sanctus usw.

Als ein großes Kompliment empfanden wir es, als ein russischer Zuhörer in einem unserer ersten Konzerte sagte, dass er alles verstanden hatte. Trotzdem braucht es, vor allem für neue Mitglieder, viel Übung und Wiederholung, um die Texte fließend singen zu können.

 

Die Gesangstechnik

Als Solosänger hatte Christiaan Verhoog viele russische Lieder gesungen und sich von erfahrenen Lehrern Rat geholt über die dafür erforderliche Gesangstechnik. Das russische Singen ist von jeher in den Vokalfarben ziemlich dunkel. Das wird von Sonans am Anfang der Proben mit dafür bestimmten Übungen und Anweisungen geübt. Es ist natürlich ein Vorteil, dass sowohl Technik als auch stilechte Ausführung in der Hand des künstlerischen Leiters (Christiaan Verhoog) liegen.

 

Die Stimmen

Leider gibt es immer seltener Soprane, die bis a“ (das hohe A) singen können. Auch wirklich tiefe Bassstimmen, die bis zum tiefen C kommen, sind rar. In seinen Bearbeitungen der Lieder achtet Chr. V. genau darauf, dass die Partien für die Mitglieder ausführbar sind. Echte Tenöre sind sehr schwierig zu kriegen. Sie können aber teilweise durch tiefe Altstimmen erstezt werden.                                -1-

 

Die Bearbeitungen

Die Bearbeitungen bestehen aus folgenden Anpassungen/Änderungen der originalen Kompositionen:

  1. Gewählt werden überwiegend Werke von Komponisten, die vor 71 Jahren gestorben sind.
  2. Die Noten werden im Notenschreibprogramm „Cappella“ von Chr. V. geschrieben, die kirchenslawischen Texte in deutscher Lautschrift.
  3. Nach Wahl von Chr. V. werden Ausführungszeichen wie Dynamik, Nuancierung, Akzentgebung, Taktnummerierung, Stimmumleitungen, Stimmergänzungen und Stimmverdoppelungen vorgenommen.
  4. Die so entstandenen Partituren werden von ihm gedruckt und den Chormitgliedern zur Verfügung gestellt.

 

Die Komponisten

Unser Liedgut kennt viele Werke der großen russischen ‚romantischen‘ Komponisten, wie z. B. P.I. Tschaikowski, S. Rachmaninow, M. Ippolitov-Iwanov, A. Gretschaninov, P. Tschesnokov, A. Liadov, A. Kastalski und N.N. Kedrov (Vater und Sohn). Daneben streben wir danach, auch Werke von früheren Komponisten z.B. D.Bortnjanski, A. Lvov u.a. aufzuspüren und zur Aufführung zu bringen.

 

Die Repertoireliste von Sonans-Esens

Bis 2014 sind weit über hundert Bearbeitungen erschienen, eingeübt und zum größten Teil aufgeführt worden.

 

Quellen

Viele Kopien von Partituren aus dem russischen Staatsarchiv sind ab den 1970er Jahren in Besitz von Chr. V gekommen und noch immer kommen auf unterschiedlichen Wegen Werke dazu. Die Bearbeitung durch Christian Verhoog erfolgt nach den Richtlinien des Urheberrechts.
 

 

Chr.Verhoog

19.August 2014